Karriereberatung von Patrick van der Mijl

Über kreativen Drang verfügte Patrick van der Mijl schon in jungen Jahren. Dass er im Alter von 33 Jahren mit Speakap etwas geschaffen hat, steht fest. Das Ziel: die Weltmarktführerschaft in ihrem Segment zu erreichen. Als eines der am schnellsten wachsenden Scale-ups in Europa ist man auf dem besten Weg. Top of Minds fragte den Gründer Patrick van der Mijl nach den wichtigsten Lektionen, die er in den letzten zehn Jahren gelernt hat.

Empfehlung 1: Entscheide dich immer für das beste Personal

Egal, welches Interview man mit Patrick liest, er erinnert sich fast immer an den ersten „Fehler“, den er und sein Mitgründer Erwin gemacht haben: ein junges, relativ unerfahrenes Team im ersten Jahr einzustellen. „Wir haben uns in der Tat für die billigste Variante entschieden“, lächelt er. „Zehn Junior-Entwickler konnten nicht das tun, was zwei Senior-Entwickler ohne Probleme hätten tun können. Heutzutage ist Erfahrung der wichtigste Faktor, wenn wir neue Mitarbeiter einstellen: dass sie alles gesehen und ‚erlebt‘ haben. Abgesehen davon, dass es ein Fehler war, im Nachhinein war es eine günstige Art, eine sehr weise Lektion zu lernen.“

Empfehlung 2: Mach am besten so viele Fehler wie möglich

Sie starteten sehr unbefangen, erzählt Patrick. Diese Unbefangenheit sieht er als eine ihrer größten Stärken an.

„Es ist gut, Fehler zu machen, am besten so schnell wie möglich, denn dann lernt man daraus so viel und so schnell wie möglich.“
Patrick van der Mijl – Gründer Speakap

Lebenslauf Patrick van der Mijl

Jan 2011 – heute

Founder, Speakap

Jul 2008 – Dez 2010

Real Estate Agent – Broker, De Boer Makelaardij, de actieve makelaar

Empfehlung 3: Dein Produkt muss noch nicht auf dem Markt sein, um es zu verkaufen

Dieser Ratschlag ist dem Zeitgeist des Jahres 2011 zuzuordnen, als Begriffe wie „lean“, „mean“ und „agil“ noch nicht alltäglich waren. „Bevor wir es wagten, es auf dem Markt zu testen, wollten wir, dass das Produkt vollständig präsent war. Das würde ich jetzt anders machen, da ich weiß, dass man sein Produkt leicht anhand von Screens oder klickbaren Demos testen kann. Wenn man die richtigen Kenntnisse und Fähigkeiten im Haus hat (siehe Nr. 1), ist  „lean and mean“ der ideale Ansatz.“

Empfehlung 4: Verlass dich nicht zu sehr auf dein Bauchgefühl

Dass Fehler nur in der ersten Phase erlaubt (und notwendig!) sind, gilt auch für die Motivation von Entscheidungen. „Am Anfang machten wir diese oft auf der Grundlage dessen, was uns am besten gefiel – unserem Bauchgefühl also. Auch das ist in dieser Phase eigentlich keine Option mehr: jede Entscheidung, die wir treffen, muss durchdacht und gerechtfertigt sein. Gut begründete Entscheidungen sind die profitabelsten.“

Empfehlung 5: Immer offen sein für neue Phasen und Entwicklungen

Eine schöne Überleitung zur nächsten Empfehlung. Speakap befindet sich in einer Übergangsphase zu einer vollständig datengesteuerten Organisation. Dafür wurden Leute mit der richtigen Erfahrung eingestellt, und die Umsetzung ist in vollem Gange. „Mit jeder Veränderung baut man an einer neuen Organisation – und jedes Mal eine ausgereiftere Version. Als Gründer muss man für jede neue Phase offen sein und darauf achten, dass man – aus Liebe zu seinem ‚Baby‘ – nicht zum Hemmschuh für die Entwicklung wird.“

 

 

Empfehlung 6: Ausland ist eine andere Sportart

Sein Partner Erwin lebt seit einem Jahr in New York, um die amerikanische Präsenz aufzubauen. In einem anderen Land Fuß zu fassen, ist immer eine Herausforderung, vor allem in den USA. „In Amerika schafft man es nicht mit einer Copy-Paste-Mentalität. In einem anderen Land erfolgreich zu sein, braucht einfach Zeit. Nehmen Sie sich die Zeit, die Kultur kennen zu lernen und ein gutes Team von Einheimischen um sich zu versammeln. Lassen Sie ihnen Freiheiten, hören Sie ihnen zu und lernen Sie auf diese Weise die lokalen Sitten kennen.“

Empfehlung 7: Glaube fest an dein Produkt und stelle sicher, dass deine Mitarbeiter dies auch tun

Dass sie selbst zu 100 Prozent an ihr Produkt glauben, war klar. Wer für Speakap arbeiten will, muss mindestens genauso überzeugt sein. Und zudem einen langen Atem haben. „Die Arbeit in einem Scale-up-Unternehmen kostet Energie. Man arbeitet nicht nur, man arbeitet, damit etwas funktioniert. Sie müssen Lust auf Abenteuer haben und wirklich an das Produkt glauben. So wie wir als wir anfingen. Natürlich wollen wir nicht nur gleichgesinnte Menschen in der Organisation haben. Aber dass man die DNA des Unternehmens durch seine Mitarbeiter weitergibt, ist Fakt.“

 

 

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